DAS MUSEUM

Das Tetjus-Tügel-Museum im Herzen von Bremervörde widmet sich dem Leben und Werk des vielseitigen Künstlers Tetjus Tügel (1892–1973).

Maler, Zeichner, Dichter und scharfer Beobachter seiner Zeit: Tügel schuf ein außergewöhnlich facettenreiches Werk. Die norddeutsche Landschaft und ihre Menschen wurden für ihn ebenso zur Inspiration wie die Gegensätze des Lebens – zwischen Lebenslust und Melancholie, Humor und Ernst, Natur und Gesellschaft. Ausgehend von der Privatsammlung des Museumsgründers und Kunstsammlers Hein Meyer führen thematisch gestaltete Räume durch Tügels Leben und seine künstlerische Welt.

Interaktive Stationen, Führungen und Angebote für Schulklassen machen Kunst und Geschichte unmittelbar erlebbar. Entdecken Sie Tetjus Tügel – einen außergewöhnlichen Künstler des Nordens.

GRÜNDUNG DES MUSEUMS

Hein Meyer hat sich einen Traum erfüllt – und der Stadt Bremervörde ein Geschenk gemacht. Nach dem Kauf des historischen Gebäudes „Altes Rathaus“ in der Neuen Straße gestaltete er das Erdgeschoss zu einem Museum für seine Bildersammlung um, die mittlerweile über 200 Bilder von Tetjus Tügel umfasst. In den lichten Räumen werden ein Großteil der Bilder dieses legendären Malerpoeten (1892 bis 1973) und viele weitere Exponate ausgestellt. Seit 2021 ist das Museum geöffnet und kann kostenfrei besucht werden.


ÖFFNUNGSZEITEN

SAMMLUNG

Jeden 1. und 3. Sonntag
im Monat 14:00 – 17:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Die Tügel Kieker
STAMMTISCH

1. Dienstag im Monat
10:00 – 13:00 Uhr

Tügels Bilderfreundinnen STAMMTISCH

2. Dienstag im Monat
10:00 – 13:00 Uhr


IHR BESUCH

ADRESSE & ANFAHRT

Altes Rathaus Bremervörde
Neue Straße 33
27432 Bremervörde

In Google Maps öffnen

KUNST IM ALTEN RATHAUS

Das Tetjus-Tügel-Museum ist im historischen Alten Rathaus von Bremervörde untergebracht. Auf rund 400 Quadratmetern und zwei Etagen führt die Ausstellung durch unterschiedliche Themenräume und eröffnet immer wieder neue Perspektiven auf Tügels Leben und Werk.

Eine Rampe erleichtert den Zugang zum Museum.

AKTUELLES

PRESSE

  • GESCHICHTE SPIELERISCH ENTDECKEN

    GESCHICHTE SPIELERISCH ENTDECKEN

    Ganz nach dem Motto „Erst mal selber kieken“ wandelten rund 60 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Bremervörde auf den Spuren des Malerpoeten Tetjus Tügel. Statt starrer Führungen bot das Museum interaktive Lernstationen, historische Ausstellungsstücke und digitale Arcade-Games, die bei den Jugendlichen durchweg gut ankamen.


  • HAUS VOLLER GESCHICHTEN

    HAUS VOLLER GESCHICHTEN

    Haus voller Geschichten: Neue Eindrücke durch regionale Kunstgeschichte


  • TOUCH THE TÜGEL

    TOUCH THE TÜGEL

    Tetjus Tügel digital erleben: Ab sofort ist eine interaktive Touchscreen-Station dauerhaft installiert. Besucher erwartet ein zweisprachiges Erlebnis aus Texten, Bildern, Audio und Video.


  • KÜNSTLERWERSTATT

    KÜNSTLERWERSTATT

    Tetjus Tügel wird digital: Ein internationales Studienteam der UE Hamburg bringt Leben und Werk des Malerpoeten Ende Januar auf ein interaktives Touchscreen-System im Museum Hein Meyer.


Künstler und Säue machen sich erst nach dem Tode bezahlt!Tetjus Tügel, 1954

Tauchen Sie ein in das sprachliche Universum von Tetjus Tügel.

TETJUS TÜGEL

Otto Tetjus Tügel (* 18. November 1892 in Hamburg, † 23. Oktober 1973 in Bremervörde) war ein Mann vieler Talente: Schriftsteller, Maler, Musiker und Kabarettist. Oder, wie er sich selbst bezeichnete – ein Malerpoet. Tügel wuchs in einer beeindruckenden Künstlerfamilie auf: Seine Brüder waren der Schriftsteller Ludwig Tügel, der Hamburger Landesbischof Franz Tügel und der Schauspieler sowie Hörspielregisseur Hans Tügel.

Geboren wurde Tetjus Tügel als Otto Eduard Martin Tügel im Hamburger Stadtteil Hamm, in der Borgfelder Straße 63. Sein Vater war Kaufmann, seine Mutter Emilie Anna geb. Gipp. Bereits um 1908 begann er ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, bevor er 1909 nach Worpswede zog, um als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1914 kehrte er zurück nach Hamburg. Die Jahre 1916 bis 1918 verbrachte er als Soldat im Ersten Weltkrieg, bevor er sich erneut in Worpswede niederließ. Doch Hamburg blieb ein wichtiger Teil seines Lebens: 1919 war er Gründungsmitglied der Hamburgischen Sezession und außerdem Mitglied der Hamburgischen Künstlerschaft.

In den 1920er Jahren war Tügel ein fester Bestandteil der legendären Hamburger Künstlerfeste. Als die Sezession später ihre eigenen Feste unter dem Namen „Zinnober“ veranstaltete, war er ebenfalls aktiv in die Organisation eingebunden.

Sein großformatiges Gemälde „Die Kommission des Hamburger Künstlerfestes“ (1922), das heute im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen ist, zeigt viele seiner Weggefährten – unter anderem Willi Davidson, Emil Maetzel, Otto Fischer-Trachau, die Bildhauer Friedrich Adler, Paul Hamann und Richard Luksch. Tügel selbst ist in diesem beeindruckenden Werk, das in den Brauntönen alter Meister gehalten ist, auch zu finden.

In den 1930er Jahren zog er sich eine Zeit lang in seine „Einsiedelei Marcus-Hütte“ in Worpswede zurück. Die Zeit des Nationalsozialismus brachte schwierige Jahre: 1937 wurden im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ fünf seiner Werke aus der Hamburger Kunsthalle und dem Stadtmuseum Altona beschlagnahmt, drei davon zerstört. Ab 1939 arbeitete Tügel als Zeichenlehrer an einem Gymnasium in Bederkesa.

Privat führte er ein turbulentes Leben. Ab 1918 war er mit Vera Dehmel, der Tochter des Dichters Richard Dehmel, verheiratet. Insgesamt war Tügel siebenmal verheiratet und hatte neun Kinder. 1951 zog er auf den Quickhof in Oese, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Otto Tetjus Tügel verstarb 1973 im Krankenhaus Bremervörde und wurde auf dem Friedhof in Oese beigesetzt. Sein Werk und sein Leben spiegeln einen kreativen Freigeist wider, der sich nie in Schubladen stecken ließ – ein echter Hamburger Künstler durch und durch.